Von der guten Liesel und dem bösen Ritter, Lieselturmsage Roggau, Juni 2017

HeKu gibt in der „Zwergenburg“ Wissen um Lieselturm weiter – optimale Vorbereitung auf die Schule

Um den Lieselturm ranken sich viele Mythen – auch im evangelischen Kindergarten „Zwergenburg“. Um diese aufzuklären und die „Zwerge“ gut auf ihren bevorstehenden Schulstart vorzubereiten, geht der Heimat- und Kulturverein (HeKu) Burg-Gräfenrode in den Kindergarten, um dort die Lieselsage vorzulesen – in diesem Jahr mit einer kleinen Premiere angesichts der Renovierung des Turms.

„Wow, ist das tief!“ Der sechsjährige Noah ist sichtlich beeindruckt, als er in das Verlies des Lieselturms blickt. Obwohl es hier stockdunkel ist, weil die Beleuchtung noch nicht angeschlossen ist, und HeKu-Vorstandsmitglied Ina Lauster-Ulrich nur mit einer Taschenlampe in die Tiefe leuchtet, können Noah und seine Freunde die Dimensionen erahnen – und erhalten so ein Gefühl dafür, wie sich Liesel einst gefühlt haben soll.

Gemeinsam mit sieben anderen Kindern bekommt Noah an diesem Morgen die Lieselsage vorgelesen. Jedes Jahr gibt der Heimat- und Kulturverein (HeKu) Burg-Gräfenrode jenen Kindern des evangelischen Kindergartens „Zwergenburg“, die nach den Sommerferien in die Schule kommen, das Wissen um das historische Gebäude der Oberburg weiter. In diesem Jahr haben die „Maxi-Kinder“ dabei besonderes Glück: Nach einem Jahr Pause aufgrund der andauernden Renovierungsarbeiten am Turm kann die Gruppe in diesem Jahr erstmals wieder in das Untere des Turms und im frisch verputzten Inneren ein Gefühl für die Sage bekommen.

Dass der Lieselturm zu seinem Namen kam, weil die Liesel einst darin ertränkt werden sollte, das ist den meisten der diesjährigen Schulanfänger neu. Und wer genau war noch einmal Ritter Kunz von Carben? Aufmerksam lauschen sie HeKu-Vorstandsmitglied Jana Kötter, die ihnen vorliest, dass der böse Ritter einst in „ihrem“ Kindergarten, der Oberburg lebte, und dass die Liesel nach seinem Tod glücklicherweise aus dem Verlies befreit werden konnte.

„Wenn ihr nach den Sommerferien in die Schule kommt, ist es gut, dass ihr etwas über Burg-Gräfenrode wisst – das kann euch vielleicht im Unterricht helfen“, erklärt Kötter im Kostüm der Liesel zum Abschied und wünscht einen guten Schulstart. „Als Heimat- und Kulturverein ist es uns wichtig, neben den unterhaltenden Musikveranstaltungen wie dem nahenden Weinfest auch solche Projekte mitzutragen, die das Wissen über den Ortsteil am Leben halten“, erklärt HeKu-Vorsitzender Ulrich Bedacht. Im Vorstand ist man sich sicher, dass solche Veranstaltungen nicht zu kurz kommen dürfen. Bereits seit acht Jahren geht der Verein deshalb in den Kindergarten, um jenen Kindern, die in die Schule kommen, die Sage der Liesel vorzulesen und den Turm zu besichtigen – im kommenden Jahr dann auch wieder in Gänze. (jkö)

Weitere Informationen zum Verein gibt es unter www.heku-bgr.de. Am 19.August feiert der HeKu gemeinsam mit dem Gemeindefest der evangelischen Kirchengemeinde sein Weinfest, diesen Termin dürfen sich Interessierte schon heute vormerken!

FOTOS (©Jana Kötter)

1: Die diesjährigen „Maxi-Kinder“ mit den HeKu-Vorstandsmitgliedern Klaus Stender, Jana Kötter und Ina Lauster-Ulrich.

2: „Wow, ist das dunkel!“: HeKu-Mitglied Ina Lauster-Ulrich mit staunenden Kindern.

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