“Wo atmest du?” Wort zum Sonntag, 7. Januar 2018

Wort zum Sonntag in der Karbener Zeitung für 1. Sonntag nach Epiphanias, 7. Jan. 2018

Wo atmest Du? Ich atme Gott im Wasser

Die Fische eines Flusses sprachen zueinander: „Man behauptet, dass unser Leben vom Wasser abhängt. Aber wir haben noch niemals Wasser gesehen. Wir wissen nicht, was Wasser ist!“ Da sagten einige, die klug waren und schon viel Lebensweisheit gesammelt hatten: „Wir haben gehört, dass im Meer ein gelehrter Fisch lebt, der alle Dinge kennt. Wir wollen zu ihm ziehen und ihn bitten, uns das Wasser zu zeigen.“

So machten sich einige auf den Weg und kamen endlich in das Meer und fragten den Fisch. Als der Fisch sie angehört hatte, sagte er: „O, ihr unerfahrenen Fische! Im Wasser lebt und bewegt ihr euch. Aus dem Wasser seid ihr gekommen und zum Wasser kehrt ihr wieder zurück. Ihr lebt im Wasser, aber ihr seid euch dies nicht bewusst!“ – So lebt der Mensch in Gott. Gott ist in allen Dingen und alle Dinge sind in Gott. Und doch fragt der Mensch: „Kann es Gott geben? Wer ist Gott?“

So weit das Gleichnis aus einer alten Klosterhandschrift, das mir zur Jahreslosung für 2018 eingefallen ist: „Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“ (Offenbarung 21,6) …. Von der Quelle fließt das Wasser in einen Bach, von dort in einen Fluss und von dort in das Meer. Und überall schwimmen kleine und große Fische darin. Aus Gott fließt die Lust am Leben und aus Gott fließt das Leben selbst. Und wir Menschen schwimmen darin, ob es uns bewusst ist oder nicht.

Das heißt konkret: Wie kann ich so leben, dass ich zufrieden und glücklich bin, ohne Sorgen oder Angst vor Prüfungen und schweren Aufgaben zu haben? Und wie kann ich anderen Gutes tun? Antwort: Das geht nicht. Es gehört zu unserem Menschsein dazu, dass wir uns sorgen, unzufrieden sind, oder Angst haben. Aber nicht dauernd, sondern das sind nur Phasen, wie wenn man ein dunkles Tal durchschreitet. Wer in dieser Zeit Gottes-Wasser trinkt, wird dabei erfahren, dass es kleine und große Wunder gibt, und wer einem so alles zum Engel werden kann. Mit Gott reden und ihm alles sagen können und dabei in sich hineinhorchen, welche Antworten Gott uns gibt, lässt uns bald wieder aus einem dunklen Tal herauskommen. Fische leben und atmen im Wasser. Wir Menschen leben und atmen in Gott. So wünsche ich Ihnen im neuen Jahr gutes Schwimmen im Gottes-Wasser, das auch Ihren Durst löschen möge.

Herzlichst

Eckart Dautenheimer, ev. Pfarrteam Karben

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