Trauerfall

Trauerhalle Friedhof Okarben

Trauerhalle Friedhof Okarben

 

Ein Abschied, der zum Leben gehört

Ein geliebter Mensch ist gestorben.
Einen Menschen loszulassen ist die schwerste Aufgabe, vor die uns das Leben stellt. Die Endgültigkeit des Todes macht uns hilflos. Eben noch war uns jemand so nahe. Jetzt bleibt dieser Platz für immer leer. Die Trennung von einem Menschen, der uns verbunden war, kann das eigene Leben ins Wanken bringen. Selbst wenn sich der Tod lange vorher angekündigt hat, zum Beispiel durch eine schwere Krankheit, wird er doch häufig als „plötzlich“ erlebt.

Der Tod im hohen Lebensalter, zu Hause im Kreis der Familie ist nur selten der Fall. Viele Menschen sterben im Krankenhaus, nicht selten nach längerer Krankheit. Dieses Leid mit ansehen zu müssen und nicht helfen zu können belastet die Angehörigen meist sehr. So ist es nur verständlich, dass der Tod auch als „Erlösung“ empfunden werden kann.

Im Gegensatz dazu trifft uns der Tod besonders, wenn ein Kind oder ein junger Mensch stirbt. Die Frage nach dem „Warum?“ bleibt dann noch quälender im Raum stehen. Es ist wichtig, diesen Gefühlen von Hilflosigkeit, Traurigkeit oder auch Zorn Raum zu geben. Zur Beschäftigung mit dem Tod gehört, dass wir seine Gegenwart nicht leugnen und ihn nicht aus unserem Leben ausklammern.
So sehr wir es uns auch wünschen: Das Woher und Wohin des Lebens ganz zu ergründen bleibt uns Menschen letztlich verwehrt. So, wie wir bei unserer Geburt nicht ahnen können, in welche Welt wir hinein geboren werden, bleibt uns auch der Blick über die Schwelle des Todes versperrt.

Nicht jeder Tod kann als gottgewollt im engeren Sinn verstanden werden. Doch der Glaube an die Auferstehung gibt Kraft und Hoffnung, auch angesichts des Todes: Gott ist der Herr über Leben und Tod. Wir sind nicht verloren, sondern in Gott geborgen. Es ist eine lebenslange Aufgabe, zu glauben: Unser Leben und Sterben hat Sinn, auch wenn wir es nicht immer verstehen können.

Rund um das Thema Trauerfall haben wir für Sie folgende Seiten zusammengesstellt:

Sie können sich noch umfassender über das Thema Trauer informieren, indem Sie die Internetseiten der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) “www.ekhn.de/” aufrufen. Wir haben diese Seiten auch als Quelle für unsere Beiträge benutzt.

 

Wenn der Tod eintritt

Wenn der Tod zu Hause eintritt, ist es notwendig, eine Ärztin oder einen Arzt zu rufen, damit ein Totenschein ausgestellt wird. Der Leichnam darf nach Eintritt des Todes bis zu 36 Stunden im Hause bleiben, dabei sind gewisse Hygienemaßnahmen zu treffen. Bestattungsunternehmen helfen dabei, den Verstorbenen oder die Verstorbene entsprechend herzurichten.

Viele Krankenhäuser und Pflegeheime haben besondere Räume, in denen Verstorbene aufgebahrt werden können. Eine geeignete Umgebung hilft Ihnen, auf Ihre Weise Abschied zu nehmen. Auch bietet sie die Möglichkeit, dass daran Angehörige teilnehmen können, die von weit her kommen.

Sie können am Sterbebett ein Gebet sprechen, etwa ein gemeinsames Vaterunser, und in aller Stille gedenken.

Meist ist es möglich, Kerzen bei dem verstorbenen Menschen aufzustellen.

Blumen, ein Kreuz oder ein anderer Gegenstand, der für sie oder ihn eine Bedeutung hatte, können in die Hände oder auf die Brust des verstorbenen Menschen gelegt werden.

Wenn Sie dies wünschen, kommen die Pfarrerin oder der Pfarrer nach Möglichkeit umgehend ans Sterbebett. Sie können sie bitten, eine Aussegnung vorzunehmen. Die ursprüngliche Bedeutung der Aussegnung geht zurück auf Zeiten, in denen die Menschen meist zu Hause starben. Unter geistlichem Beistand nahmen die Hinterbliebenen von dem verstorbenen Menschen Abschied, bevor der Sarg aus dem Haus getragen wurde. Heute findet die Aussegnung oft in Abschiedsräumen statt, wie sie Krankenhäuser oder Pflegeheime zur Verfügung stellen. Gemeinsam mit der Pfarrerin oder dem Pfarrer lassen Sie den verstorbenen Menschen nicht einfach nur los, sondern übergeben ihn in die fürsorglichen Hände Gottes. Dies geschieht im Gebet und im Segen.

 

Trauergespräch

Im Trauergespräch mit der Pfarrerin bzw. dem Pfarrer können Sie Ihre Gedanken und Gefühle zum Ausdruck bringen. Ihre Pfarrerin oder Ihr Pfarrer weiß, in welcher seelischen Situation Sie sich befinden, und wird Ihnen behutsam und angemessen begegnen. Sprechen Sie darüber, wie Ihnen zumute ist und was die oder der Verstorbene Ihnen bedeutet hat. Führen Sie sich noch einmal vor Augen, welche Stationen dieses Leben genommen hat und was Sie davon gemeinsam erlebt haben. Dabei geht es um das, was im Leben gelungen ist, genauso wie um das, was möglicherweise schwierig war oder unvollendet geblieben ist. Alles, was Sie sagen, wird vertraulich behandelt. Nur mit Ihrem Einverständnis werden die Inhalte des Trauergesprächs in der Traueransprache aufgegriffen.
Ihre Pfarrerin oder Ihr Pfarrer steht Ihnen auch in der Zeit nach der Bestattung seelsorglich zur Seite.
Das Trauergespräch dient auch dazu, mit Ihnen den Ablauf der Trauerfeier zu besprechen. Sie haben die Möglichkeit, gemeinsam ein Bibelwort als Grundlage für die Predigt auszusuchen. Auch können Sie eigene Wünsche und Vorstellungen zur Gestaltung der Trauerfeier benennen oder Vorschläge für geeignete Musikstücke machen. Ihre Pfarrerin oder Ihr Pfarrer wird Ihnen gerne Entscheidungshilfe geben.

Weitere Ansprechpartner.
Die Evangelische Kirche stellt umfangreiche Trost- und Hilfsangebote zur Verfügung, wie z.B. Telefonseelsorge, psychologische Beratungsstellen, Trauerraum im Internet. Über die Internetseiten der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) “www.ekhn.de/” können Sie sich umfassend informieren.

Bestattungsunternehmen
Ein Bestattungsinstitut Ihrer Wahl kann Sie unterstützen, indem es sich um den verstorbenen Angehörigen kümmert und viele notwendigen Formalitäten für Sie regelt. Auch bei Erledigungen wie dem Drucken der Trauerkarten oder der Veröffentlichung einer Traueranzeige in der örtlichen Tageszeitung kann Sie das Bestattungsinstitut beraten. Viele Pietäten sind darüber hinaus bemüht, mit Ihnen gemeinsam eine angemessene Form des Abschieds zu finden, und beraten Sie bezüglich der Auswahl eines Sarges, des Kerzenschmucks oder der Blumen.

 

Fragen rund um Trauerfeier und Bestattung

Was, wenn die/der Verstorbene aus der Kirche ausgetreten war?
Wer aus der Kirche austritt, wünscht möglicherweise keine kirchliche Begleitung für sich. Der Wille des verstorbenen Menschen sollte allerdings respektiert werden. In besonderen Fällen kann aus seelsorgerlichen Gründen auf Wunsch der Angehörigen dennoch eine kirchliche Trauerfeier stattfinden. Sprechen Sie mit der Pfarrerin oder dem Pfarrer darüber.

Was kostet die kirchliche Trauerfeier?
Es entstehen keine Kosten für die Aussegnung, das Trauergespräch, den Gottesdienst und den seelsorgerlichen Beistand durch die Pfarrerin oder den Pfarrer. Für die Nutzung der Trauerkapelle werden von der kommunalen Gemeinde Gebühren erhoben. In Ausnahmefällen kann die Trauerfeier auch in der Kirche stattfinden. Für den Organisten/ die Organistin ist eine Gebühr zu entrichten, die meist über die Pietät abgerechnet wird.

Was ist bei der Auswahl des Sarges und des Blumenschmuckes zu beachten?
Die Kosten für den Sarg und den Blumenschmuck unterscheiden sich stark. Ein würdevoller Abschied verlangt nicht nach der teuersten Lösung. Wenn Sie ein Bestattungsinstitut beauftragen, wird es Sie dahin gehend beraten, einen angemessenen Rahmen zu finden.

Welche Musik kann gespielt werden?
In der Friedhofskapelle Okarben steht eine kleine elektr. Orgel zur Verfügung. Eine Organistin oder ein Organist kann die Trauerfeier begleiten, das ist vor allem dann geeignet, wenn die Trauergemeinde singt. In der Trauerhalle liegen Heftchen aus mit den bekanntesten Liedern, die bei Beerdigungen gesungen werden, wie z.B. „So nimm denn meine Hände“, „ Jesu geh voran“, „Von guten Mächten wunderbar geborgen“.
Falls die Musik von einer CD abgespielt werden soll, ist dabei zu beachten, dass beim Abspielen GEMA-Gebühren fällig werden. Das CD-Abspielgerät stellt in der Regel die Pietät zur Verfügung. Die Musikauswahl sollte unbedingt mit der Pfarrerin oder dem Pfarrer abgesprochen werden.

Muss bei einer Trauerfeier unbedingt gesungen werden?
Natürlich kann man auf Lieder bei der Trauerfeier verzichten. Aber bedenken Sie, dass der Gesang viele Menschen in ihrem Schmerz trösten kann. Auch wenn Sie selbst nicht singen wollen oder können, gibt es meist Menschen im Trauergottesdienst, die mitsingen. Es ist auch möglich, neben dem Gesang ein oder zwei Instrumentalstücke spielen zu lassen.

Wann endet der Beistand der evangelischen Kirche?
Genau genommen nie. Kirchliche Formen des Gedenkens, wie zum Beispiel die Ewigkeitssonntage (Totensonntage), halten die Erinnerung wach. Die Pfarrerin oder der Pfarrer wird Sie auf Ihren Wunsch hin auch in Zukunft besuchen.

Gibt es eine ökumenische Bestattung?
Eine Bestattung erfolgt in der Regel in der Konfession der oder des Verstorbenen. Ausnahmen sollten mit der zuständigen Pfarrerin oder dem Pfarrer abgesprochen werden.

Kann jemand, der sich das Leben genommen hat, kirchlich bestattet werden?
Ja, eine Selbsttötung ist kein Hinderungsgrund für eine kirchliche Bestattung.

 

Checkliste – Ein Mensch ist gestorben: Was ist zu tun?

Der Tod eines Angehörigen bedeutet nicht nur Trauer und Schmerz. Es gibt auch einen erheblichen Organisationsaufwand zu meistern. Die folgende Liste soll Ihnen dabei helfen.

Arzt. Stellt den Totenschein aus, der für die Sterbeurkunde notwendig ist. Bei Freitod oder ungeklärtem Unfalltod muss die Polizei informiert werden (übernimmt meist der Arzt).

Bestattunginstitut. Übernimmt die Organisation der Bestattung, Extraleistungen nach Vereinbarung. Hinweis: Gibt es einen Vorsorgevertrag der/des Verstorbenen mit einem bestimmten Institut?

Pfarrerin oder Pfarrer ansprechen. Sie werden in Ihrer Trauer begleitet, die Organisation der Trauerfeier wird abgesprochen. Hinweis: Wenn der bzw. die Verstorbene abgeholt wird, können Sie den Abschied mit einer Aussegnung begleiten lassen. Teilen Sie dies dem Pfarrer/ der Pfarrerin mit.

Friedhofsverwaltung. Bestattungszeitpunkt und Grabkosten abklären (übernimmt in vielen Fällen der Bestatter).

Zeitung. Todesanzeige aufgeben (bei vielen Bestattern als Extraleistung).

Amtsgericht. Erbschein beantragen. Vorzulegen sind: Sterbeurkunde, eventuell das Testament. Falls notarielles Testament oder Erbvertrag vorhanden: Notariatsanschrift inklusive Nummer der Urkundenrolle sowie Beurkundungstag mitteilen.

Arbeitgeber. Über Todesfall informieren, Sterbeurkunde beifügen. Übergabe von persönlichen Sachen regeln..

Banken. Girokonten, Sparbücher, Darlehensverträge usw. abwickeln. Hinweis: Erbschein erforderlich. Gemeinsame Konten oder Verfügungsberechtigungen ermöglichen auch ohne Erbschein einen Zugriff auf Konten, beispielsweise zur Deckung der Beerdigungskosten.

Bausparkassen. Bausparverträge abwickeln. Hinweis: Erbschein erforderlich.

Betriebliche Unfallversicherung oder Berufsgenossenschaft: bei Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten bestehen eventuell Rentenansprüche.

Blumengeschäft. Kränze, Trauerschmuck (bei vielen Bestattern als Extraleistung).

Druckerei. Danksagungen, Sterbebilder etc. (bei vielen Bestattern als Extraleistung).

Krankenkasse. Abmelden und Sterbegeld beantragen. Hinweis: Sterbeurkunde notwendig, Versicherungsnummer.

Nahe Angehörige und Freunde benachrichtigen.

Rentenversicherung/Versorgungsamt. Eventuell zustehende Hinterbliebenenbezüge beantragen. Notwendig: Sterbeurkunde, Personalausweis, Versicherungsnummer.
Hinweis: Fristen beachten – spätestens einen Monat nach dem Tod (übernimmt in manchen Fällen der Bestatter).

Standesamt. Sterbeurkunde in mehrfacher Ausfertigung beantragen. Zuständig ist das Standesamt, in dessen Einzugsgebiet der Todesfall eintrat. Das ist nicht immer (z.B. bei Unfall) das Standesamt des Wohnortes. Vorzulegen sind: Personalausweis des/der Verstorbenen, Totenschein sowie bei Ledigen Geburts-, bei Verheirateten Heiratsurkunde bzw. Familienstammbuch.

Telefongesellschaft. Telefon ab- oder ummelden, möglicherweise Telefonbucheintrag ändern.

Vereine und Organisationen. Mitgliedschaft kündigen.

Verlage und Zeitungen. Abonnements kündigen.

Vermieter. Mietvertrag kündigen, bzw. als Ehegatte oder Familienangehöriger in das Mietverhältnis eintreten.

Versicherungen. Lebensversicherungen (Mitteilungsfristen beachten – meist 48 Stunden, Versicherungsurkunde vorlegen). Kranken-, Hausrat-, Haftpflicht- sowie andere Versicherungen kündigen. Bei Tod durch Unfall: Gelder von Unfallversicherungen beantragen.

Versorgungsbetriebe. Wasser und Strom abmelden.

Zusatzversorgungskassen, Betriebsrentenkassen, Gewerkschaften. Eventuell zustehende Gelder beantragen. Notwendig: Sterbeurkunde, Personalausweis, Versicherungsnummer – Fristen beachten.

Vorsicht „Bauernfänger“. Keine zweifelhaften Rechnungen bezahlen, die nach Erscheinen der Todesanzeige eintreffen. Gegebenenfalls eine Vertragskopie verlangen. Während der Beerdigungszeit/Trauerfeier möglichst jemand in der Wohnung lassen. Auch Betrüger/Einbrecher lesen Todesanzeigen.

 

Auch Kinder trauern

Es ist sinnvoll mit Kindern über den Tod zu sprechen. Auch Kinder müssen lernen, mit dem Verlust eines Menschen umzugehen und mit ihrer Trauer zu leben. Wichtig ist es, sie in dieser Situation nicht allein zu lassen. Seien Sie ehrlich zu Kindern und vermeiden Sie Sätze wie „Oma schläft nur“. Kleine Kinder finden oft eigene Formen, das Geschehene zu verarbeiten, z. B. im Spiel. Ältere Kinder kapseln sich manchmal ab. Geben Sie ihnen dann die Gelegenheit zu reden, aber drängen Sie sich nicht auf. Vielleicht findet eine Freundin, ein Freund oder ein naher Verwandter eher den Zugang zum Gespräch.

Kinder bei der Trauerfeier: Selbstverständlich können Kinder bei einer Trauerfeier dabei sein. Bereiten Sie ein Kind auf das vor, was während einer Trauerfeier geschieht. Erklären Sie ihm, dass auch Erwachsene weinen und dass die schwarze Kleidung ein Zeichen der Traurigkeit ist. Schildern Sie kurz den Ablauf, damit das Kind nicht erschrickt, wenn der Sarg am Ende in die Erde gesenkt wird. Kinder können auch kleine Briefe schreiben oder Bilder malen, die sie mit in das Grab geben.
Einem Kind gibt es Sicherheit, wenn es während der Trauerfeier von einem nahe stehenden, aber nicht zu stark betroffenen Erwachsenen begleitet wird. Fragen Sie Jugendliche, ob sie einen Freund oder eine Freundin zur Trauerfeier mitbringen möchten. Vielleicht tut es ihnen auch gut, bereits beim Trauergespräch mit dabei zu sein oder bei der Gestaltung der Trauerfeier zu helfen.

 

Trauerfeier

Die kirchliche Trauerfeier in Form eines evangelischen Gottesdienstes ist ein würdevoller Abschied von Verstorbenen. Den Angehörigen wird Trost und Halt gespendet. Die biblischen Texte geben der Klage, der Verzweiflung und der Verlassenheit Ausdruck, und sie sprechen von der Hilfe und von der Zuwendung Gottes, die wir erfahren, und der Auferstehungshoffnung.

Vor der Trauerfeier versammelt sich die Trauergemeinde in der Friedhofskapelle bzw. Kirche. Es besteht nun die Möglichkeit, kurz vor den Sarg zu treten und ein stilles Gebet zu sprechen.
Mit Worten der Begrüßung und einem Gebet eröffnet die Pfarrerin oder der Pfarrer die Trauerfeier. Es folgt eine Schriftlesung aus der Bibel.
Nun kann ein Gemeindelied (gemeinsamer Gesang) oder Musik erklingen.
In der Traueransprache würdigt die Pfarrerin oder der Pfarrer das Leben des verstorbenen Menschen im Lichte des Evangeliums. Ein Bibelwort wird ausgelegt. Anschließend stimmt die Gemeinde erneut ein Lied an oder es erklingt Musik. Die Trauerfeier schließt mit einem Gebet für den verstorbenen Menschen und alle, die trauern.

Der weitere Verlauf unterscheidet sich je nach Bestattungsform. Ist eine Urnenbestattung vorgesehen, verabschiedet sich hier die Trauergemeinde mit einem Segen der Pfarrerin oder des Pfarrers vor dem Sarg.

Bei einer Erdbestattung wird die Trauerfeier fortgesetzt, indem die Trauergemeinde dem Sarg zur Grabstelle folgt. Hier erfolgt das Absenken des Sarges und die Bestattungsformel wird gesprochen. Anschlietrauer_ok_img_0070_1300ßend besiegelt der Erdwurf die Rückkehr zur Erde. Damit wird symbolisch der Abschied vollzogen. Nun wird das Evangelium von der Auferstehungshoffnung gelesen und gemeinsam das Vaterunser gebetet.

Schließlich ermutigt und stärkt die Pfarrerin oder der Pfarrer die Hinterbliebenen für ihr weiteres Leben mit dem Segen Gottes. Abschließend hat jede und jeder Einzelne Gelegenheit, persönlich – durch einen Erdwurf und das Nachgeben von Blumen – Abschied am Grab zu nehmen.
Sofern dies nicht anders gewünscht ist, drücken die Trauergäste den engsten Angehörigen nun ihr Mitgefühl durch einen Händedruck und ein paar persönliche Worte aus.

Nach der Trauerfeier laden viele Familien die Trauergäste zu einem Beerdigungskaffee ein. Der Bruch in der Atmosphäre, der Übergang von tiefer Traurigkeit zu familiärer Geselligkeit, irritiert viele Menschen. Doch die Hinwendung zur Gemeinschaft mit anderen stärkt die Hinterbliebenen für die anschließende Trauerzeit. Im gemeinsamen Gespräch können Erinnerungen an den Verstorbenen ausgetauscht werden.

 

Bestattungsformen

Der traditionelle Ort der Bestattung ist der Friedhof Falls die oder der Verstorbene eine bestimmte Form der Bestattung ausdrücklich gewünscht hat, sollte diesem Wunsch nach Möglichkeit entsprochen werden. In allen anderen Fällen liegt es an den Angehörigen, eine Entscheidung zu treffen.

Gedanken zur Entscheidungsfindung
Es liegt ein tieferer Sinn darin, dass Friedhöfe und Gräber öffentliche und klar erkennbare Orte sind. Die Hinterbliebenen haben einen festen Ort des Gedenkens. Niemand kann von dem Besuch ausgeschlossen

werden, da der Ort für alle zugänglich ist. Auch die Trennung zwischen einem „Ort der Toten“ und einem „Ort der Lebenden“ hat ihre Bedeutung. Die Angehörigen können Abstand zum Tod gewinnen, um zu ihrem eigenen Leben zurückzufinden. Und die Totenruhe ist gewährleistet.

Bedenken Sie dabei, dass die Art der Bestattung über Jahre und Jahrzehnte hinweg über den Ort des Gedenkens entscheidet. In der Vorstellung, dass der verstorbene Mensch an einem bestimmten Platz gut

aufgehoben ist, liegt etwas Tröstliches. Es ist ein Unterschied, ob man ein sichtbares Grab vor sich hat, das man pflegen und gestalten kann, oder ob jemand im Gedenken allein auf seine Vorstellungskraft angewiesen ist, wie es beispielsweise bei einer anonymen Bestattung der Fall ist. Die christliche Bestattungskultur spricht für eine individuelle und öffentliche Form der Beisetzung. Für die Entscheidung kann es sinnvoll sein, die unterschiedlichen Bestattungsabläufe zu kennen.

Friedhof Burg-Gräfenrode

Friedhof Burg-Gräfenrode

Die Erdbestattung. „Erde zu Erde, Asche zu Asche, Staub zum Staube“ – mit diesen Worten werden seit Jahrhunderten Verstorbene beerdigt. Sie werden in die Erde gelegt, aus der ihr Leib nach biblischem Verständnis geschaffen wurde. Demzufolge wird bei der Erdbestattung der Körper in einem Sarg der Erde übergeben, „von der er genommen ist“. Die Angehörigen nehmen am Abschied unmittelbar teil. Sie gehen mit zur Grabstelle und sehen, wo sich die letzte Ruhestätte befindet. Auf diese Weise wird der Abschied begreiflich. Nach der Bestattung können die Anwesenden untereinander Erinnerungen teilen und Kraft aus dem gemeinsamen Beisammensein gewinnen.

Die Feuerbestattung / Urnenbestattung. Viele Menschen entscheiden sich zu Lebzeiten, auch aus praktischen Erwägungen, für eine Feuerbestattung. Sie erfordert nur ein kleines Urnengrab bzw. weniger Platz im Familiengrab. Auch sind die Kosten für das Grab und die anschließende Grabpflege nicht so hoch wie bei einer Erdbestattung.
Bei einer Urnenbeisetzung wird die Urne statt des Sargs, umgeben von Kerzen, Kränzen und Blumen, in der Trauerhalle aufgebahrt. Die Urnenbeisetzung schließt sich in diesem Fall an die Trauerfeier an.
Die Beisetzung der Urne kann in einem Erdgrab erfolgen, in einem speziellen Urnengräberfeld oder in einer Urnenwand. Die meisten Karbener Friedhöfe haben mittlerweile eine Urnenwand, nur Okarben nicht. Eine Urnenbeisetzung in einer Urnenwand ist in einem anderen Stadtteil möglich.

Seebestattung. Hierbei handelt es sich um eine Urnenbeisetzung im offenen Meer. Während der Fahrt zur Beisetzungsstelle wird die Urne in der Kajüte aufgebahrt. An der Beisetzungsstelle angekommen, wird die wasserlösliche Urne vom Kapitän an einem Seil im Meer versenkt. Die Angehörigen können der Zeremonie beiwohnen und erhalten eine Urkunde mit der genauen Position, an der die Urne ins Meer herabgelassen wurde.

Ruheforst-, Friedwald- oder Friedpark-Bestattung. Ruheforste sind weniger erkennbar und liegen außerhalb von Dorf oder Stadt. Auch hier besteht die Möglichkeit einer christlichen Trauerfeier in Begleitung einer Pfarrerin oder eines Pfarrers. Die Asche Verstorbener wird in einem Waldgebiet in einer biologisch abbaubaren Urne zwischen den Wurzeln eines Baumes beigesetzt. Am Baumstamm wird eine Plakette angebracht, die den Begräbnisort erkennbar macht, nach Wunsch wird auch eine Namensplakette an den Baum geschraubt. An einem Baum kann die Asche einzelner Personen oder – mit der Zeit – ganzer Familien bestattet werden. Der Baum ist Grab und Grabmal zugleich; die Grabpflege entfällt. Inzwischen bieten auch manche öffentliche Friedhöfe solche Formen der Bestattung an.

Anonyme Bestattung. Bei einer anonymen Bestattung wird die Urne in einem Feld von anonymen Gräbern, wie zum Beispiel unter einer größeren Rasenfläche, beigesetzt. Die genaue Lage innerhalb des Grabfeldes wird nicht bekannt gegeben. Eine Teilnahme der Hinterbliebenen an der Beisetzung der Urne ist nicht an allen Orten üblich.

Darüber hinaus ist nach christlichem Verständnis das Totengedenken nicht nur ein individuelles Bedürfnis, sondern auch eine Gemeinschaftsaufgabe: Die Hinterbliebenen sind in ihrer Trauer nicht allein gelassen; die Verstorbenen – auch ohne die Angehörigen – werden aufgenommen in das gemeinsame Gedenken. Dabei ermöglicht die Bestattung auf einem öffentlichen Friedhof sowohl das individuelle als auch das gemeinschaftliche Gedenken. Er ist ein geschützter Ort und gewährleistet die Totenruhe.
Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) setzt sich dafür ein, dass der Trend zur Individualisierung bis hin zur anonymen Bestattung nicht weiter verstärkt wird.

 

Zeit des Gedenkens

Die Kirche bietet Raum, um den Verstorbenen zu gedenken

Fürbitten im Gemeindegottesdienst
In allen Gemeinden besteht die Praxis, die Namen der in der vergangenen Woche Bestatteten jeweils im Sonntagsgottesdienst zu nennen und für sie in der Fürbitte zu beten. Die Angehörigen sind zu diesem Gottesdienst besonders eingeladen.

Ewigkeitssonntag (Totensonntag)
Der Ewigkeitssonntag wird im November, am Ende des Kirchenjahres, begangen. Er erinnert an unsere begrenzte Lebenszeit und Gottes Ewigkeit. Am darauf folgenden Sonntag beginnt der Advent, eine Zeit der Erwartung und Freude über Gottes Kommen in die Welt. Damit wird gezeigt, dass der Tod nicht das Ende ist.

In den Gemeinden wird am Ewigkeitssonntag der Gemeindemitglieder gedacht, die im Laufe des zurückliegenden Kirchenjahres verstorben sind. Die Verstorbenen werden in die Fürbitten eingeschlossen. Ihre Namen werden verlesen und dazu erklingt die Gebetsglocke.